Paraguay- im Herzen Südamerikas

Wir hatten nach vielen Asienreisen Lust auf etwas ganz anderes. Im Buchladen blätterte ich ich schließlich durch einen dicken Reiseführer über Südamerika. Mir fiel auf, dass Brasilien den größten Seitenanteil hatte; und Paraguay wurden verschwindend wenige Seiten gewidmet. Jez und ich sahen uns an und dachten dasselbe: Wenn andere es so uninteressant finden, dann ist es erst recht etwas für uns! Nach etwas Recherche im Internet und einer Spanisch- App fürs Handy ging es auch schon los:

Wir flogen in die Hauptstadt nach Acunción. Überrascht war ich über die hohen Preise und ungünstigen Flugverbindungen; Paraguay ist wirklich kein hochfrequentiertes Reiseland, das attraktiv für Touristen ist. Begrüßt wurden wir von wirklich besonders vielen Papieren, die für die Einreise auszufüllen waren- die aus dem Flieger genügten dem Herrn am ersten Schalter nicht. So fragten wir uns beim Sicherheitspersonal nach den richtigen Zetteln durch. Nachdem wir diese ausgefüllt hatten, gingen wir zu einem anderen Schalter, wo sich der Kollege lediglich für die Papiere aus dem Flieger interessierte. Tja, so ist das manchmal!

 

Wir erlebten Paraguay als einfaches Land mit freundlichen aber zurückhaltenden Menschen, die allerdings eine Weile brauchen, bis sie auftauen. Bemüht man sich jedoch, ihre Sprache zu sprechen und interessiert sich für sie, sind sie sehr hilfsbereit und heißen einen direkt willkommen.

 

So ergab es sich, dass wir eine Zeitlang in Atyrá, im Süden des Landes, ca. 60 km von der Hauptstadt entfernt, bei einer einheimischen Familie wohnen und an ihrem Leben teilhaben durften. Wir halfen bei der Hausarbeit, kochten gemeinsam und begleiteten sie sonntags zum Gottesdienst. Von dort haben wir dann viel unternommen, das Bussystem funktioniert gut- die Überlandbusse sind teilweise von recht guter Ausstattung.

So haben wir die Wunderpflanze Moringa kennengelernt und im Garten geerntet, wir zelteten irgendwo in der Wildnis mit neuen Freunden. Wir lernten die Freiwillige Feuerwehr von Atyrá kennen, die unter den schwierigsten Bedingungen ehrenamtlich arbeitet und sich ohne richties Equipment- geschweige denn Löschfahrzeug, um Brände kümmert. Wir lernten schwerbewaffnete deutsche Einwanderer und sehr großzügige Einheimische kennen. Wir badeten in einem Fluss, von dem wir später auf dem Markt erfuhren, dass die schmackhaften großen Piranhas, die wir dort erworben haben, aus ebendiesem Fluss stammten! Jez zog sich beim Toben eine Wunde an der Augenbraue zu, die mit viel Hingabe und völlig kostenlos im lokalen Krankenhaus genäht wurde. Vor Ort wurde mir erst klar, wieviele deutschsprachige Einwanderer in Paraguay leben, insbesondere in der Gegend um Caacupé. Dort gibt es sogar einen deutschen Markt. In erster Linie handelt es sich um Rentner/innen, die die einfachen Einwanderungsbedingungen und das günstige Immobilenangebot für ihren Lebensabend nutzen. Leider haben wir die Erfahrung gemacht, dass sich unsere Landsleute ziemlich von den Einheimischen abgrenzen, wenige sprechen gutes Spanisch und interessieren sich für deren zweite Amtssprache Guarani überhaupt nicht. Leider konnte ich desöfteren vernehmen, wie wenig ernst die Deutschsprachigen die Einheimischen nehmen; sie bezeichneten sie als dumm und unfähig- das ist wirklich sehr beschämend...




Hier geht es weiter zum Dreiländereck und u.a. zu den Wasserfällen in Brasilien und Argentinien.

Und hier gelangt Ihr direkt zu Jez´ Video zum Dreiländereck,

das von Paraguay befindet sich noch in Arbeit.